Mittwoch, 10. Dezember 2008

Halloween, Unifestival und mehr

Nach langer Zeit mal wieder ein paar Zeilen aus meinem Leben in Japan. Es ist wirklich schwer die Zeit zu finden, etwas zu schreiben. Unser Sprachkurs fordert schon etwas Zeit, da wir jede Woche zwei kleine Kanji- oder Vokabeltests schreiben. Diese sind zwar nicht sehr umfangreich, aber es braucht doch seine Zeit sich darauf vorzubereiten. Ausserdem habe ich noch zwei ESS Lessons und gehe auch ca. dreimal pro Woche mit Micchi klettern. Und vom Land will man natürlich auch etwas sehen. Somit kommt bei mir jedenfalls keine Langeweile auf.

Jetzt aber zu dem, was die letzten Wochen alles passiert ist:


Am Mittwoch dem 29.10 haben wir (Ich, Leleis, Dirk, Micchi, Luise und andere) versucht ein Kostuem beim Donkee zusammenzustellen, schliesslich kam ja bald Halloween. Leider gab es dort doch nicht eine so ganz große Auswahl, mal von den etwas zu teueren Ganzkörper Kostümen abgesehen. Ich habe mir schliesslich eine meerschweinchen - ähnliche Kopfbedeckung besorgt. Eigentlich tut man da zwar einen Taschentücherspender rein und kann sich dann aus einem Schlitz auf der Oberseite immer wieder ein Taschentuch rausziehen, aber auf meinen Kopf hat es auch gepasst. Am Nachmittag hatte ich noch einen Pelzschal in der Uni gefunden, womit ich dann auch noch einen Schwanz hatte.

Wir sind dann anschliessend zu Dirk und haben dort rumgesessen und was getrunken. Luise hatte dann auch noch ihren letzten Zug verpasst. Deshalb hat sie dann bei mir gepennt, nachdem Sie und Leleis noch eine Zeit bei mir gewesen sind. Sie war schon ganz gut beieinander und musste auch den nächsten Nachmittag bei mir verbringen, weil ihr schlecht war. Tatsuro hat ihr dann auch noch irgendein japanisches Mittel gegen Übelkeit vorbeigebracht.

Das mit dem faulen Donnerstag war aber kein Problem, da wir vom Donnerstag (30.10) bis zum Dienstag (4.11) frei hatten, aufgrund eines Uni Festivals. Während des Festivals gab es eine Bühne auf der die Uni Clubs ihre Musik gespielt oder Sonstiges aufgeführt haben. So gab es Hip-Hop Tanzgruppen, Rockmusik oder Karatevorführungen (mit Baseballschläger und Steine durchschlagen und so).

Am Freitag den 31.10 bin ich am Nachmittag aber erstmal mit Luise, Melissa und Dirk nach Jimbocho. Wir haben uns dort mit unserem Kulturprof. Schaumann getroffen. Er hat uns den Bezirk gezeigt, in dem es viele Second Hand Buchläden gibt. Er hat uns erst ein Geschäft für japanische Karten- und Brettspiele gezeigt. Anschliessend sind wir noch in einige Buchhandlungen gegangen in denen man Kinderbücher, alte Mangas, Englische Bücher und auch teure antique Bücher kaufen konnte. Er hat uns auch zwischendurch in eine Bar eingeladen, in der wir ein Bier getrunken haben und am Ende in ein altes Izakaya. Dort haben wir etwa 2-3 Stunden zugebracht mit Schanps trinken und allerlei komisches Zeug essen. Wir saßen direkt am Tressen. Nach einer Weile hat sich eine älter Dame, ich würde sie auf 70 oder 80 schätzen, zu uns gesetzt. Sie hat sich mit Luise und Melissa unterhalten (angeblich darueber wie toll alles früher war) und die ganze Zeit gesagt, dass mein Haar schön ist und meine Hand angefasst. Getrunken hat sie auch einiges. Erst ein Liter Bier und dann noch Schnaps. Neben Schaumann saß ein Professor der auch einges getrunken hat, dann bezahlt und anschliessend eingeschlafen ist. Zum Abschluss hat die alte Damen den anderen noch eine selbstgedruckte Zeitung mitgegeben, in der sie ihre Gedichte veröffentlicht. Schon komisch diese Izakayas.


Am Abend war dann die Halloween party. Ich bin für japanische Verhältnisse spät gekommen, so um 10 oder 11 und einige sind dann auch schon wieder gegangen. Es gab auch eine Kostümwahl. Bei den Frauen hat Doris aus Serbien gewonnen. Allerdings empfand ich, dass sie kein gutes Kostüm hatte, aber wahrscheinlich hatten die japanisches Teilnehmer für sie gestimmt, weil sie sie aktraktiv finden.

Mein Mehrschweinchenkostüm

Am Samstag (01.11) bin ich dann etwas aufs Unifestival. Dort wurde viel Essen verkauft, da jeder Club einen eigenen Stand hatte und es war ganz schön voll. Viel gemacht habe ich aber nicht. Es gab auch ein paar Spiele wie Armdrücken aber auch Interressanters. Bei einem Tennisclub konnte man versuchen mittels Tennisschläger ein Mitglied vom Tennisclub abzuschießen. Bei einem anderen Clubs konnte man Farbe auf deren Mitgleider werfen oder Kuchen. Die Japaner müssen da ein besonderes Verhältnis zu solchen Spielen haben. Aurelien hat mir vom nem Typen erzählt der das auch gemacht hat und nem Mädel mit voller Wucht Kuchen ins Gesicht geworfen hat, so dass sie dannach geweint hat. Ihn hat das aber kein bischen interessiert. Schon komisch.

Am Sonntag bin ich dann schon recht früh aufs Festival, so um 9, weil ich den Sputnik - Leuten geholfen habe ein chinesische Süßigkeit zu machen. Bestand eigentlich nur aus Mehl, Zucker, Ei und etwas Butter aus dem ein Teig gemacht wurde, der dann frittiert wird. Mittags habe ich mir dann Maza angeschaut, der auf dem Festival aufgetreten ist.

Montag den 03.11 gab es dann mal wieder eine ESS Party zum Abschluss des Festivals. Sie fand in einer kleinen Bar statt, die etwas karibisch eingerichtet war. Es gab genug zu essen und wieder ne Trinkflatrate. So gab es Bier und ehr schlechte Cocktails, weshalb ich mich für ersteres entschieden habe. Zur Afterparty sind mal wieder nicht all zu viele mitgekommen. Sind dann nach Takahatafudo wo ich dann mit Juske, Leleis, Luise und Laurent in ein angesagtes Izakaya für jüngere Leute gegangen bin. Dort haben wir etwa bis 3 Uhr ausgeharrt und noch getrunken. Zum Knabbern gab es geschnittenen rohen Weißkohl mit einer etwas saueren Soße darüber. Einfach und doch sehr lecker. Bin dann mit Laurent ca. 1, 5 nach Hause gelaufen und die anderen haben noch in Juskes Haus bis zum Morgen durchgemacht.

Auf der ESS Party

Am Dienstag den 04.11 sind wir (Leleis, Dirk, Aurelien, Alex [russisch]) mit Mutski in seinen Lieblings Ramen Laden um dort zu essen. Danach sind wir dann noch in ein Izakaya, dass sich auch in der Nähe befindet. War sehr nett. Alles sehr traditionell, das hieß also Schuhe ausziehen und im Scheidersitz dasitzen. Haben dann dementsprechend auch Sake getrunken und Mutski hat einiges an kleinen Happen bestellt. Das mit dem Essen neben dem Trinken ist hier sehr in der Kultur verankert. Auch die Jugend macht das so und ich muss sagen, dass es mir auch gefällt. So haben wir Tintenfisch, irgendwelche Suppen, Käse und anderes gegessen.

Freitags (07.11) gab es dann eine Party vom DJ - Club in dem sich Alex befindet. Allerdings waren nicht so viele Leute da und die Mehrheit waren Auslandsstudenten. Bin etwas spät gekommen, habe aber noch mitgekommen, wie Alex Elektro aufgelegt hat. Die anderen Mitglieder des Clubs legen aber scheinbar mehr Hip Hop auf.
Wir (Leleis, Aurelien, Laurent, Mutski) sind dann aber nach Shibuja aufgebrochen um wieder ins Gaspanic zu gehen. Dort haben sie Hip Hop gespielt was ganz angenehm war, man konnte jedenfalls dazu Tanzen. Es hat sich sogar ein Kreis gebildet, in dem die "Fenstertänzer" ihre Moves zeigten. Da konnte ich mich natürlich nicht raushalten. Lelais ist dann irgendwan Zigaretten kaufen gegangen und dann hat ihn der Türsteher nicht mehr reingelassen. Weshalb auch immer? Deshalb sind wir dann so um 4 oder 5 aufgebrochen, was aber auch der richtige Zeitpunkt war, den sie haben angefangen Michael Jackson zu spielen.

Luise hatte mich und Leleis dann am Sonntag den 09.11 zu sich eingeladen. Allerdings auch mit Hintergedanken, den ihr Skype ist ständig abgestürzt. Nach einer Neuinstallation des Soundtreibers hat aber alles wieder funktioniert. Außerdem musste ich einer Auslandsstudentin helfen, die auch bei Luise wohnt. Bei ihr ist auf einmal der Strom ausgefallen. Naja, nachdem ich die Sicherung wieder eingeschaltet hatte war das aber auch kein Problem mehr. War ein netter Abend. Haben dann auf Druck von mir und Leleis die Umgebung erkundet, was Luise vorher noch nicht gemacht hatte. Wir haben dann eine Game Center gefunden in dem wir Airhockey gespielt haben und irgend einen First - Person Shooter an dem mein gleichzeitig zu Viert zocken kann. Außerdem haben wir noch in einer Fotokabine Fotos gemacht, die wir später mit Herzchen und allerlei Schnick Schnack verschönern konnten. Leider habe ich hier keine Möglichkeit sie einzuscannen.

Am Montag den 10.11 habe ich mich dann mit Mari getroffen. Sie hat ein Jahr in Osnabrück studiert und kennt auch Corinna. Ich helfe ihr und einer Freundin (Saori) dabei ihre Abschlussarbeiten zu schreiben. Die von Mari handelt über das Leben in deutschen WG's, weil die Japaner sowas nicht kennen. Hier hat jeder sein eigenes 1-Zimmer Appartement. Da sie es auf Deutsch schreiben muss kontrolliere ich Ausdruck und Rechtschreibung. Dafür spricht sie dann im Gegenzug Japanisch mit mir und hilft mir meine Kenntnisse auszubauen.

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