Donnerstag, 25. September 2008

Angekommen

Hallo, ich bin nun seid einer Woche in Tokio angekommen und habe mir gedacht meine Erlebnisse aufzuschreiben. Der Flug dauerte knapp 11 Stunden war aber recht angenehm, obwohl ich maximal nur 2 Stunden schlafen konnte. Ich saß von Leleis getrennt und wir haben uns erst am Flughafen wieder gesehen. Dort sind wir morgens um 7 Uhr angekommen. Erstmal habe ich mir 100.000 Yen geholt um für die nächste Zeit versorgt zu sein, da es bei meiner Unterkunft keinen Citibank - Automat gibt. Ich wurde dann von einer jungen Studentin abgeholt die für mich extra ein Schild mit meinen Namen gemalt hat mit Buntstiften und Sternen. Eine sehr freundliche Begrüßung. Die Kommunikation war allerdings nicht einfach, da sie kaum (fast gar kein) Englisch konnte. Wir mussten dann kurz warten da der Guide von Leleis noch auf jemand warten musste. Ich glaube wir sind dann circa 10 oder 11 Uhr aufgebrochen. Die Fahrt mit U-Bahn und Bus dauerte etwa 3 Stunden. Die Kommunikation mit meinem Guide wurde auf der Fahrt auch immer besser. Jedenfalls bin ich froh, dass sie mich abgeholt hat, da es ansonsten schwer gewesen währe mein Ziel zu erreichen. Sie hat mir auch als Gastgeschenk ein paar Stäbchen geschenkt. Zum Glück hatte ich noch eine Lindt - Schokolade dabei die ich ihr dafür überreichen konnte.
Sie hat mich zu meinem Appartment gebracht und kurz eingewiesen. Es übertrifft bei weitem das was ich erwartet hatte. Es ist sehr groß (größer als das Zimmer was ich in Esslingen 2 Jahre bewohnt habe) und gut ausgestattet: Kühlschrank, Herdplatte, Minigrill, Dusche und Toilette, Fernseher, Staubsauger, Kochgeschirr und Klimaanlage. Diese ist auch sehr wichtig, da es hier sehr tropisch ist. Es herrschen Temperaturen von 27 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit. 2 Regenschirme waren auch da, da wir uns in der Monsum - Zeit befinden und es öfters regnet. Außerdem fand ich auch noch 100 Dollar von einem meiner Vormieter im Schreibtisch. Wie schon gesagt: Super Wohnung.
Am Abend habe ich mich mit Leleis getroffen. Unsere Guide's hatten uns Karten gegeben und so haben wir auf die Suche nach einem Supermarkt gemacht. Leider haben wir nur einen größeren Drug-Store gefunden in dem man auch etwas teuer auch Lebensmittel einkaufen konnte. Gegessen haben wir dann in einem Schnellimbiss für 580 Yen sehr gut. Was es genau war kann ich nicht sagen (Reis + X), aber es war sehr lecker.

Am nächsten Tag (Mittwoch) hatten wir ein Treffen in der Uni um eine Einführung zu erhalten. Insgesamt sind ca. 30 Auslandsstudenten mit uns hier. Viele sind aus Frankreich aber es gibt auch 5 andere Deutsche. Uns wurden die ersten Überlebensregeln beigebracht und dann wurden wir relativ früh wieder entlassen. Ich hatte mich dann mit Leleis abends verabredet um mit ihm nach Tama - Center zu laufen. Dies ist ein nahegelegenes Stadtzentrum zu dem wir ca. 30 - 60 min gelaufen sind. Das interessanteste dort waren 2 größere Spielhallen in denen sich die japanische Jugend amüsiert. Es herrscht dort eine Lautstärke wie in einer Disko von den ganzen Automaten. Dort gibt es viele unterschiedliche Automaten: von einfachen Arm - Greifer- Automaten aus dennen man auch versuchen kann Essen rauszuholen bis zu riesigen Automaten an dennen mehrere Mann Pferderennen oder Fussball spielen. Es gibt auch jede Art von Interface: Lightguns, Trommeln, Gitarren und interessante Automaten für die man speziellen Karten braucht. Diese können dann auf dem Spielfeld plaziert werden um damit Truppen zu befehligen oder um seine Fussballmannschaft aufzustellen und rumzukommandieren. Es gibt auch viele Glücksspielautomaten. Auch Ältere sind in diesen Hallen und spielen zum Bsp. Majong. Wir haben auch sehr sinnlose Automaten für Kinder gefunden an denen man gegen jemand anderen "Schere, Stein, Papier" spielen kann.
Am Ende sind wir dann in eine äußerst europäische Sportsbar gegangen in der viel Dart gespielt wurde und haben dort Heineken und irgendeinen Biermix getrunken (Haben einfach auf die Karte auf irgendwelche Zeichen getippt zum Bestellen). So um 2 Uhr nachts sind wir dann zurückgelaufen, da die letzten Bahnen um 24 Uhr fahren. Donnerstags gab es einen Japanisch - Test in der Uni um festzustellen in welchen Japanisch Kurs man kommt. Ich wurde mit Leleis und 2 französischsprachigen Schweizern aber direkt zum Anfängerkurs geschleift in dem wir dann in 3 - 4 Stunden fast alle Hiragama Zeichen (~50) gelernt haben. Dannach sind wir dann in einen großen Lebensmittelmarkt gegangen, der uns von einem anderen Auslandsstudenten empfohlen wurde.
Dort gibt es alle Arten von Fisch super günstig und wir haben uns abgepacktet Sushi für 2,50 € zum Abendessen geholt.

Freitags mussten wir zur Alien Registration. Wir waren eine Gruppe von etwa 10 Auslandsstudenten. Wir wurden dort von 2 Studentinnen des Sputnik - Clubs (dieser kümmert sich um die Auslandsstudenten) hingebracht. Die fahrt dauerte etwa 2 Stunden mit Bahn und Bus, da wir sehr weit von unserem Stadtzentrum (Hachioji-shi heist die Stadt wo ich lebe) entfernt wohnen. Das ganze Prozedere dauerte auch etwas und dann sind wir mit den beiden Japanerinnen nach Chofu gefahren um in einen Handy - Laden zu gehen. Allerdings sind neben mir und Leieis nur noch 3 Franzosen mitgekommen (Charlotte, Laurence und Laurent). Diese haben sich dann auch einen Handyvertrag besorgt. Wir aber nicht, da uns die Kosten von 3000 Yen pro Monat und 100.000 Yen, wenn man den Vertrag vor 2 Jahren beendet, doch sehr hoch erscheinen. Zum Dank an die beiden Japanerinnen sind wir mit ihnen in ein japanisches Restaurant gegangen. In diesem musste man dann seine Schuhe ausziehen und man konnte das essen über ein Display bestellen. Hat alles sehr gut geschmeckt auch wenn sich eins noch bewegt hat. Sake haben wir auch getrunken.

Samstag gab es vom ESS - Club (ein Club in dem sich Studenten befinden die ihr Englisch verbesser wollen) eine Grill - Party. Dort hat man dann die anderen Auslandstudenten näher kennengelernt und es gab kostenlos Essen und Trinken. Anschließend gab es auch noch eine Party in den Räumen des ESS - Clubs. Diese befinden sich in einem größen Gebäude der Uni das nur von Clubs benutzt wird. Es ist das einzige wo ich bisher Graffities gesehen habe und wo es dreckig war. Ansosnten ist Japan sehr sauber auch wenn ihre Stadtarchitektur ehr praktisch als schön wirkt.

Sonntag gab es dann eine kleine Willkommensparty vom Sputnik - Club. Die war Mittags und dauerte nicht sehr lange. Anschließend bin ich mit Leleis und Aurelien, den wir auf der Party kennengelernt haben nach Shinjuku gefahren. Dies ist ein Stadtteil in dem es viele Läden gibt wie Bars, Kinos oder Karaoke. Es gibt sehr viel und große Leuchtreklame. Wir haben uns ein Game Arcarde angeschaut und Buch und Video Läden. Als es anfing in Strömen zu regnen war es wie im Film Bladerunner. Wir wollten um 23 Uhr zurückfahren und sind um 20 Uhr in irgendeine kleine Bar gegangen um eigentlich nur 1 Bier zu trinken. Sie war sehr klein und es gab nur 2 Gäste. Ein 26 jähriges Mädel, die durch einen Aufenthalt in den USA gut Englisch sprechen konnte und ihr Arbeitskollege. Außerdem gab es noch den etwas älteren Barkepper der von dem Mädel (leider kann ich mir japanische Namen noch schlecht merken) mit Master San angesprochen wurde. Wir kamen ins Gespräch und es wurde sehr lustig. So mussten wir z.B. auch Fischeier auf Merrettich essen, die uns spendiert wurden und Dorsch. Die Dorsche waren gegrillt und mussten komplett mit Schwanz und Kopf gegessen werden. Sehr lecker! Außerdem gab es naturgemäß zum Bier in Japan Erbsenschoten zu essen. Wir wurden sehr freundlich empfangen und das Mädel gab uns sogar einen Whisky aus. Dazu kauften sie und ihr Arbeitskollege eine gesamte Flasche die ich, Leleis und Aurelien alleine zur hälfte leerten, weil die anderen beiden am nächsten Tag arbeiten mussten. Auf alle Fälle werden wir wieder zu der Bar zurückkehren. Der Barkepper hat auch die Telefonnummer des Mädels und will sie anrufen, wenn wir wiederkommen.
Leider haben wir duch die nette Bewirtung unseren Zug verpasst und mussten eine andere Station nehmen von der aus ich etwa 3 Stunden laufen musste um nach Hause zu kommen. Obwohl es regnete war der nach Hause Weg nicht all zu schlimm. Das nächste mal bleiben wir aber ueber Nacht dort.

Am Montag gab es eine kurze Info - Veranstaltung der Faculty of Policy Studies bzgl. der Kurse die wir wählen können und wie wir den Internetraum benutzen können. Dann bin ich mit Leleis noch einkaufen gegangen. Wir haben auch einen billigen Shop gefunden, in dem es einfach alles recht günstig zu kaufen gibt. Von Lebensmitteln bis zu Handys über Kostüme und Vibratoren. Allerdings hält man es dort nicht lange aus, da es überall leuchtet und Musik droehnt.

Am Dienstag wollten wir uns eigentlich mit Aurelien treffen um in den Technikbezirk von Tokio zu fahren. Dort soll es einen kompletten Stadtteil geben in dem nur Elektronik erkauft wird. Allerdings habe ich verschlafen und daraus wurde nichts.

Mittwoch habe ich endlich ein Handy bekommen. Allerdings war es schon etwas irrwitzig. Tatsuo half mir, Leleis, Tobi und Janna (andere Deutsche) ein Prepaidtelefon von Softbank zu erhalten. Eigentlich kein Problem, doch der Verkäufer wollte unbedingt unsere Heimatadresse haben und dachte, dass diese im Pass steht. Da dies ja nicht der Fall ist, war sein Vorschlag sie doch in den Pass hineinzuschreiben. Am Ende war er mit unseren Persos zufrieden und ich habe jetzt ein Handy mit dem man für 300 Yen kostenlos Mails versenden kann.

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